Das Wort Gottes Teil III: Die Zeitlosigkeit des Wortes

Für manche Menschen ist die Bibel nichts weiter als ein Stück Literatur. Dadurch, dass die meisten Bücher der Bibel über 2000 Jahre alt sind, ist es dann für diese Menschen zudem ein sehr altes Stück Literatur. Dies verleitet dann oft dazu, es als obsolete Literatur einer vergangenen Zeit zu betrachten.

Ich halte diese Ansicht für sehr naiv. Falls es nur ein Stück Literatur ist, muss es schon sehr gute, nein sogar geniale, Literatur sein, wenn sie es geschafft hat über Jahrtausende hinweg Menschen zu ermutigen und zu stärken und das auch heute noch tut. Und das waren nicht nur ungebildete Menschen, wie oft behauptet wird. Darunter waren unter anderem auch hochgebildete Wissenschaftler wie z.B. Isaac Newton oder Blaise Pascal. Ich kenne keine andere Schrift, die es geschafft hat so viele Menschen durch die Menschheitsgeschichte hindurch zu berühren und zu stärken, was für mich einer der deutlichsten Beweise ist, dass die Bibel tatsächlich, wenn auch von Menschen geschrieben, von Gottes Geist eingegeben ist.

Dass durch die Jahrhunderte hinweg die Bibel nicht an ihrer Bedeutung eingebüßt hat, sondern sogar an Bedeutung gewonnen hat zeigt mir zudem eins: Dass das Wort Gottes zeitlos sein muss. Dies sagt das Wort selbst in Matthäus 24,35 als Jesus spricht:

"Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen."
-Matthäus 24,35

Das Wort Gottes ist also durch die Zeit hinweg erhalten und während alles andere Geschaffene (Himmel und Erde) vergehen wird, wird sein Wort bleiben. Wie wir bereits in einem früheren Blogpost gesehen haben treten in der Physik auch solche Erhaltungsgrößen auf. Dies möchten wir im folgenden noch etwas vertiefen:

Symmetrien und Erhaltungsgrößen

Erhaltungsgrößen sind Größen die sich nicht ändern und höchstens in andere Formen umgewandelt werden. Ein Pendel wird somit immer weiterschwingen, da die Energie erhalten ist. Da es auf der Erde Reibung gibt wird es jedoch mit der Zeit Energie abgeben. Diese verschwindet jedoch nicht, sondern wird in Wärmeenergie umgewandelt. Die gesamte Energie, also die Schwingungsenergie des Pendels und die produzierte Wärmeenergie, bleibt jedoch stets gleich.

Diese Erhaltungssätze lassen sich in der Theoretischen Physik aus Symmetrien herleiten, was als das Noether-Theorem bezeichnet wird. In seinem Buch "Vom Wesen physikalischer Gesetze" beschreibt Richard Feynman sich auf den Mathematiker Weyl beziehend eine Symmetrie im physikalischen Sinn folgendermaßen: Eine Sache ist symmetrisch, wenn es etwas gibt, was Du damit tun kannst, sodass es danach immer noch gleich aussieht.

Im bekanntesten Beispiel der Spiegelsymmetrie ist es so, dass etwas spiegelsymmetrisch bezüglich einer bestimmten Achse ist, wenn beim Anlegen eines Spiegels an diese Achse es immer noch genauso aussieht wie zuvor. In der Physik wird dieses Prinzip abstrahiert und erweitert. So schaut man welche Größen sich nicht verändern unter allen möglichen Transformationen, nicht nur Spiegelungen, z.B. Zeittranslationen, Raumtranslationen, ... etc.

Das Noether-Theorem besagt nun, dass aus jeder solchen Symmetrie in der Natur ein Erhaltungssatz gefolgert werden kann. So kann man aus der Symmetrie bezüglich Zeittranslationen folgern, dass die Energie erhalten ist. In anderen Worten, aus der Tatsache, dass der Ausgang eines Experiments nicht davon abhängt zu welcher Zeit das Experiment durchgeführt wird (Symmetrie der Zeit) folgt, dass die Energie stets erhalten ist. Aus einer Symmetrie unter Raumtranslationen folgt dann die Impulserhaltung und aus einer Symmetrie bzgl. der Richtung in der das Experiment ausgeführt wird folgt die Drehimpulserhaltung.

Zeitsymmetrie der Bibel

Wir haben gesehen, dass die Bibel durch die Menschheitsgeschichte hindurch die Menschen ermutigt und gestärkt hat. Das Wort Gottes ist also zeitlos und egal welche Zeittranlation man durchführt es behält seine Kraft und Gültigkeit. Dies gleicht einer Symmetrie der Zeit und würde nach dem Noether-Theorem auf eine Erhaltungsgröße hinweisen. Aber auf welche Erhaltungsgröße weist dies hin?

Wir haben in Teil I dieser Serie gesehen, dass in der Bibel alle Wahrheit steckt. Und zwar keine relative Wahrheit für einen bestimmten Zeitpunkt, sondern eine Wahrheit die für allezeit gilt. Somit kann man sagen, dass aus dieser Symmetrie unter Zeittranslationen der Bibel man folgern kann, dass die daraus folgende Erhaltungsgröße die zugrundeliegenden Wahrheiten des Wortes sind. In anderen Worten das Wort Gottes ist nicht nur die Wahrheit, sondern diese Wahrheit ist auch erhalten und somit stets gültig. Die Bibel selbst sagt, dass diese Wahrheit nicht eine Zusammenstellung verschiedener Aussagen ist, sondern eine Person: Jesus.

Dieser sagte, dass Er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (s. Joh. 14,6). Zudem heißt es von Ihm in Hebräer 13,8, dass Er derselbe ist gestern, heute und in alle Ewigkeit. Somit sagt die Bibel selbst bereits, dass die Wahrheit (Jesus) erhalten ist, also immer gleich bleibt.

Alles in der Bibel weist auf Christus hin. Das haben wir auch in Teil II gesehen, welcher sich mit der Tiefe des Wortes befasste. Schon im Alten Testament wird in vielerlei Hinsicht auf Jesus Christus hingewiesen. Teil I hat uns gezeigt, dass die Bibel die allumfassende Wahrheit liefert. Teil II zeigte uns, dass das Wort Gottes unendlich tief ist. Und wenn man sich damit beschäftigt merkt man, dass umso tiefer man ins Wort einsteigt und diese Tiefen erforscht umso deutlicher werden die Hinweise auf Jesus Christus. Dieser letzte Teil zeigt uns, dass das Wort Gottes sich mit der Zeit nicht ändert und daraus folgt, dass die zugrundeliegenden Wahrheiten auf ewig gültig sind. Und laut Bibel ist Jesus Christus diese Wahrheit.

Um diese drei Teile zusammenzufassen kann man also sagen, dass die Bibel in allen ihren Tiefen uns auf eine unumstößliche, allumfassende Wahrheit hinweist, die nie vergeht: Jesus Christus.

In der Naturwissenschaft sind Erhaltungsgrößen von größter Bedeutung, da sie die Berechnungen erheblich vereinfachen. Zudem hat das Konzept einer Erhaltungsgröße einen gewissen Charme. Dies ist aber, so glaube ich, nicht nur in der Wissenschaft so, sondern auch in unserem permanenten Veränderungen unterworfenen Alltag suchen wir oft nach etwas das bleibt. Wahrheit wird oft auch als etwas verstanden was unveränderlich zutreffend ist. Daher ist diese Suche nach etwas das bleibt letztlich wohl nichts weiter als die Suche nach der Wahrheit. Wie durch diese Blogserie gezeigt weist die Bibel auf diese Wahrheit hin. Jesus Christus ist diese Wahrheit und Er ist derselbe gestern, heute und in alle Ewigkeit. Durch ihn bekommen wir also den festen Stand, den wir inmitten all der Veränderungen um uns herum brauchen. Und Sein Wort hilft uns dabei zu diesem Stand zu gelangen.

Es ist also tatsächlich so, dass die Bibel die Antwort auf alle unsere Fragen liefert und das ganz egal in welcher Zeit oder welchen Umständen wir uns gerade befinden. Die Wahrheit, die die Bibel uns offenbart ist zeitlos und somit erhalten. Gerade in schwierigen Situationen oder Krisen ist es wichtig fest auf dem Wort Gottes zu stehen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass dies ein Fundament ist, das auch den widrigsten Umständen standhält.

Josua Göcking
Josua Göcking
Ich bin studierter Physiker, Softwareentwickler und Autor des Buchs "Sci-Faith - Die Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft". Mein Herz brennt dafür Wissenschaft aus einem Fundament des Glaubens heraus zu betrachten und zu betreiben.