Sci-Faith und die Weisen aus dem Morgenland

In Gesprächen über Glaube und Wissenschaft merke ich oft, dass viele den Eindruck haben, dass dies zwei absolut unvereinbare Gebiete sind. In meinem Buch zeige ich, dass dies nicht stimmt und beide Gebiete mehr Ähnlichkeiten aufweisen als so manch einer glaubt. Des Weiteren glaube ich nicht, dass es unmöglich ist, als Wissenschaftler zu glauben. Auch Wissenschaftler die komplett atheistisch geprägt sind können, so glaube ich, Gott finden und das auch in ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dafür braucht es natürlich eine Offenheit dem Glauben gegenüber und auch ein Verlangen die Wahrheit zu erkennen.

Interessanterweise liefert die Bibel direkt in der Weihnachtsgeschichte ein Bild darauf wie auch Menschen die dem Glauben sehr fern zu sein scheinen, wenn sie auf der Suche sind, Gott in ihrem Alltag finden können. Ich möchte in diesem Blogpost die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland genauer beleuchten und daraus Rückschlüsse für Sci-Faith und eine Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft ziehen.

Die drei Weisen aus dem Morgenland

Nachdem Jesus, wie die Bibel sagt, von der Jungfrau Maria in einem Stall in Bethlehem geboren war heißt es im Matthäusevangelium, dass drei Weise aus dem Morgenland einen Stern über dem Morgenland sahen. Diese oft fälschlicherweise als Könige bezeichneten Weisen werden im Urtext mit dem griechischen Wort für Zauberer bezeichnet, was aber auch eine Bezeichnung für damalige Sterndeuter war. Es kann gut sein, dass es sich hier um persische oder chaldäische Sterndeuter gehandelt hat. Da die moderne Wissenschaft erst viel später entstand handelte es sich bei solchen Sterndeutern um eine Mischung aus Wissenschaftler und Mystiker. Neben den Beobachtungen der Natur die zum Teil auch schon mit wissenschaftlichen Methoden quantifiziert wurden waren auch einige spirituelle Deutungen den Ergebnissen beigemischt. Daher kann man bei diesen Sterndeutern nicht von Wissenschaftlern im heutigen Sinne sprechen, aber sie dürften die Menschengruppe gewesen sein, die sich mit den heutigen Wissenschaftlern am ehesten vergleichen lässt.

Aus der Beobachtung dieses Sterns, der durchaus auf eine damals auftretende Himmelserscheinung wie z.B. eine Supernova (Sternenexplosion) zurückgehen kann, folgerten diese Weisen aus dem Morgenland, dass den Juden ein König geboren sein muss. Die Bibel schildert im Lukasevangelium, das zuvor schon einfachen Hirten auf dem Felde ein Engel erschien, der ihnen die Geburt des Messias verkündete. Warum hatten also die Weisen nicht einfach auch eine Engelsbegegnung?

Die Hirten waren oft einfache, ungebildete Menschen. Zudem waren es Hirten in Israel, also gläubige Hirten. Daraus kann man folgern, dass die Hirten glaubten und von dem Kommen des Messias nicht mehr überzeugt werden mussten und somit auch offen für die Erscheinung von Engeln waren. Dass die Hirten vor den Weisen den Messias sahen, folgt auch daraus, dass sie geographisch näher an Bethlehem waren und die Weisen erst eine Reise auf sich nehmen mussten. Ich glaube, dass diese geographische Distanz auch so interpretiert werden kann, dass die Weisen vom Glauben selbst weiter entfernt waren als die Hirten.

Aufgrund dieser weiteren Entfernung vom Glauben, brauchte es, so glaube ich, ein Ereignis im Sichtbaren, dass diesen Weisen zeigte, dass etwas Bedeutendes in der Welt geschehen war und sie motivierte sich auf die Suche zu begeben. Dies taten sie dann auch. Allerdings gingen sie zunächst nach Jerusalem und fragten bei dem dortigen König Herodes nach der Geburt des Königs der Juden. Dies war für sie der offensichtliche nächste Schritt, jedoch wusste Herodes nichts von der Geburt Jesu. Durch die Hohepriester bekamen sie aus den Büchern des Propheten Micha die Information, dass der Messias in Bethlehem geboren werden sollte.

Also machten sich die Weisen auf den Weg nach Bethlehem und siehe da, der Stern den sie im Morgenland beobachteten war auf einmal wieder da und ging vor ihnen her bis sie an der Stele waren wo sich das Kind (Jesus) befand. Ein solcher vor den Weisen hergehender Stern lässt sich nicht mit natürlich auftretenden Himmelserscheinungen erklären. Während es also durchaus sein kann, dass der Stern zunächst eine natürliche Himmelserscheinung war, muss dieser "zweite" Stern eine übernatürliche Erscheinung gewesen sein. Genauso wie der Engel, den die Hirten sahen war dieser Stern eine übernatürliche Erscheinung.

Es scheint also, dass dadurch, dass sich die Weisen auf die Suche gemacht haben, ihre Augen für die geistliche Welt geöffnet wurden. Dies zeigt sich auch später wieder: Nachdem sie zunächst den Messias besuchen und ihn mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beschenken empfangen sie in einem Traum die göttliche Weisung ohne Herodes Bescheid zu geben in ihre Heimat zurückzukehren. Dieser fühlte sich nämlich durch die Geburt eines Königs der Juden bedroht und wollte das Kind umbringen.

Aus gelehrten Menschen die sich durch ein besonderes Naturereignis auf die Suche nach dessen Bedeutung gemacht hatten waren Menschen geworden, die sensibel für das Sprechen Gottes sind und auch in ihren Träumen Weisung von Ihm empfangen.

Den Schöpfer in der Schöpfung erkennen

Ich glaube, dass die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland ein Bild darauf liefert, wie Menschen die noch weit vom Glauben entfernt zu sein scheinen hin zu Gott geführt werden können. Die Weisen hatten in ihren alltäglichen Sternbeobachtungen etwas entdeckt, dass sie mit ihrem Verständnis der Welt nicht in Einklang bringen konnten. Dies brachte sie dazu sich auf die Suche nach dessen Bedeutung zu machen. Eine wissenschaftliche Beobachtung initierte also ihre Suche nach Gott und öffnete schließlich ihre Augen für die übernatürliche Welt.

Ich glaube, dass dasselbe heute noch in der Wissenschaft passiert und passieren wird. In unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen werden wir mehr und mehr den Schöpfer erkennen und uns schließlich auf den Weg von den natürlichen Erkenntnissen in die Welt des Glaubens bewegen. Ein Kapitel meines Buches handelt von dem Prinzip, dass die Schöpfung immer den Schöpfer widerspiegelt. Somit ist es möglich in Naturphänomenen den Schöpfer zu erkennen. Um ihn in Seiner Fülle zu erkennen reicht es natürlich nicht sich auf die sichtbare Welt zu begrenzen aber wie bei den Weisen kann es als ein Startpunkt dienen.

Daher glaube ich nicht, dass es Wissenschaftlern oder wissenschaftlich geprägten Menschen nicht möglich ist Gott zu finden. Jesus sagt, dass wer sucht finden wird. Wer sich also im Bereich des Wissenschaftlichen bewegt aber auf der Suche ist, wird früher oder später den Glauben finden. Bei den Weisen war es so, dass diese auf ihrer Suche zunächst die weltlich, religiöse Elite in Jerusalem aufsuchten. Sie wussten es nicht besser aber dies hatte zur Folge, dass Herodes in seiner Angst vor einem Konkurrenten auf den Thron alle Kinder unter zwei Jahren umbringen ließ. Dank der göttlichen Führung Jesu Eltern flohen diese allerdings rechtzeitig nach Ägypten. Wenn sich Menschen heute auf die Suche begeben wird eine falsche Anlaufstelle vermutlich nicht derart tragische Konsequenzen haben aber dennoch kann es zu dem ein oder anderen Umweg auf der Suche führen. Deshalb ist es von Vorteil, wenn sich die Christen, die den Weg in den Glauben bereits kennen sich richtig positionieren um wenn sich jemand in ihrem Umfeld auf die Suche macht den Weg weisen zu können.

Ich möchte mit diesem Blogpost also jeden Christen der in seinem Umfeld mit atheistisch geprägten Menschen zu tun hat ermutigen nicht den Glauben zu verlieren, sondern ein Licht zu sein, dass wie der Stern damals den Weg zum Erretter der Welt weist.

Josua Göcking
Josua Göcking
Ich bin studierter Physiker, Softwareentwickler und Autor des Buchs "Sci-Faith - Die Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft". Mein Herz brennt dafür Wissenschaft aus einem Fundament des Glaubens heraus zu betrachten und zu betreiben.