Der sudo Befehl und der Name Jesus

In meinem Buch “Sci-Faith - Die Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft” gibt es ein Kapitel, welches veranschaulicht, dass die Schöpfung eine Widerspiegelung des Schöpfers, also Gottes, ist. Viele Vorkommnisse in der Natur lassen sich auf einen Wesenszug Gottes zurückführen. Das wohl offensichtlichste Beispiel hierfür sind die drei Aggregatszustände, welche sich als eine Widerspiegelung der Dreieinigkeit Gottes verstehen lassen. In meinem Buch gehe ich auf diese und noch weitere interessante Widerspiegelungen Gottes Charakters in der Natur ein.

Jedoch ist es nicht nur so, dass sich Wesenszüge Gottes bzw. Gesetzmäßigkeiten der übernatürlichen Welt in der Natur widerspiegeln, sondern auch in von Menschen gemachten Systemen finden sich solche Widerspiegelungen. Das macht Sinn, da die Menschen als Geschöpfe Gottes seine Wesenszüge in vielerlei Hinsicht widerspiegeln. Zudem sagt die Bibel, dass der Mensch in Gottes Ebenbild erschaffen ist und somit ist beim Menschen sogar die klarste Widerspiegelung Gottes zu erwarten. Natürlich ist hier zu beachten, dass da wir in einer gefallenen Schöpfung leben, ohne die Erlösung Jesu der Mensch auch Wesenszüge aufweist die keine Widerspiegelung des Charakters Gottes sind.

Ich möchte in diesem Blogpost beschreiben wie sich der Aufbau unixoider Betriebssysteme wie z.B. Linux oder macOS als eine Widerspiegelung auf die Macht welche im Namen Jesu liegt verstanden werden kann.

Das Nutzer und Rechtesystem von unixoiden Systemen

Ende der sechziger Jahre wurde Unix als eines der ersten Betriebssysteme von Bell Labs entwickelt. Auch wenn dieses Betriebssystem selbst heute nicht mehr in Verwendung ist so haben sich viele der heutigen Betriebssysteme an ihm orientiert, wie z.B. Linux und macOS. Diese wurden damals nur über die Kommandozeile bedient und erst später kamen die heute von den meisten Nutzern verwendeten grafischen Nutzeroberflächen hinzu. Während man sich in der grafischen Nutzeroberfläche mit der Maus durch die einzelnen Ordner klickt und mittels Tastaturkürzel oder dem Rechtsklick Dateien öffnet, kopiert, löscht oder anderweitig bearbeitet, geschieht dies in der Kommandozeile über eingegebene Befehle. Beispielsweise kann man mit dem Befehl cd (change directory) in das nach diesem Befehl eingegebene Verzeichnis wechseln:

$ cd /home/

Der obige Befehl wechselt also in das /home/ Verzeichnis. Ein ls Befehl erlaubt es anschließend die Dateien und Ordner in diesem Verzeichnis anzuzeigen. Weitere häufig anzutreffende Befehle sind cp (copy) für das Kopieren, mv (move) für das Verschieben und rm (remove) für das Löschen von Dateien und Ordnern. Somit kann man mit der Kommandozeile fast alles tun was man auf einer grafischen Oberfläche tun kann und zum Teil sogar noch mehr. Daher ziehen viele Nutzer, die Erfahrung mit der Kommandozeile haben, diese oft der grafischen Oberfläche vor. Wenn wir im Folgenden also vom Ausführen von Befehlen sprechen sind damit Befehle die in der Kommandozeile ausgeführt werden gemeint.

Eine der Stärken von unixoiden Systemen ist, dass sie schon von Haus aus eine Benutzerumgebung mit Rechtesystem implementiert haben. Dabei gibt es einen Urnutzer root (engl. Wurzel). Dieser Nutzer ist in der Lage alle Dateien sowohl zu lesen als auch zu schreiben. Er hat somit uneingeschränkten Zugriff.

Dies birgt allerdings auch Probleme. Denn in der Regel haben die Benutzer eines Computers nicht immer das komplette Verständnis über den Sinn und Zweck jeder Datei. Daher kann es passieren, dass versehentlich Dateien gelöscht oder bearbeitet werden, welche kritisch für die Funktion des Betriebssystem sind. Ein unerfahrener Nutzer könnte somit das System beschädigen. Auch erfahrenen Entwicklern kann es passieren, dass wenn kritische Dateien geändert werden das System nicht mehr funktioniert. Dies habe ich an meiner ersten Arbeitsstelle auf Servern auf denen ich root-Zugriff hatte erfahren dürfen.

Die Lösung dieses Problems war es, weitere Nutzer einzuführen die nur einen begrenzten Zugriff auf die Dateien des Computers hatten. Zum einen haben sie ein Homeverzeichnis unter /home/<Nutzername>/. Auf dieses Verzeichnis haben sie den vollen Zugriff. Auf die systemrelevanten Dateien haben diese Nutzer jedoch nur Lesezugriff. Das bedeutet sie können die Dateien anschauen aber nicht bearbeiten.

Damit scheint das Problem zunächst gelöst, jedoch ergibt sich sehr schnell ein neues Problem: Hin und wieder ist es notwendig, dass die Benutzer Zugriff auf die Systemverzeichnisse bekommen, z.B. wenn etwas installiert werden soll. Installiert man als normaler Benutzer Software, welche Zugriff auf die Systemverzeichnisse braucht erhält man eine Meldung die je nach Betriebssystem etwas wie Permission denied. also “Zugriff verweigert” zurückgibt.

Durch die Einführung des sudo Befehls konnte dieses Problem elegant gelöst werden.

Der sudo Befehl

Der sudo Befehl erlaubt es Befehle mit den Rechten eines anderen Benutzers (in der Regel root) auszuführen. Dieser Befehl steht jedoch nur den Benutzern offen, die entweder selbst in der Datei /etc/sudoers verzeichnet sind oder einer dort verzeichneten Gruppe angehören.

Kommt man also zu dem Problem, dass man als Nutzer Zugriff auf einen Bereich braucht, der nur dem root Nutzer zugänglich ist kann man den sudo Befehl verwenden. Hierfür schreibt man denselben Befehl nochmals nur mit dem Term sudo davor. Danach wird man in der Regel aufgefordert sein Passwort einzugeben, als Schutzmaßnahme um sicher zu gehen, dass der Befehl tatsächlich vom berechtigten Nutzer ausgeführt wird. Nach korrekter Eingabe des Passworts wird der Befehl dann als root ausgeführt. Für das Betriebssystem ist es also so, als würde root diesen Befehl ausführen und da root den kompletten Zugriff hat wird der Befehl erfolgreich ausgeführt werden.

Möchte also jemand auf sagen wir einem Linux System neue Software über die Kommandozeile installieren werden hier stets root-Rechte benötigt. Das bedeutet man benötigt Zugriff auf Verzeichnisse die nur dem root Nutzer offen stehen. Der Installationsbefehl apt-get install <software> muss also, falls man nicht als root agiert, mit einem sudo Befehl begonnen werden:

$ apt-get install <software>
E: Could not open lock file /var/lib/dpkg/lock - open (13: Permission denied)
E: Unable to lock the administration directory (/var/lib/dpkg/), are you root?
$ sudo apt-get install <software>
Password: 

Wir sehen hier, dass im ersten Versuch ein Fehler auftrat, weil kein sudo verwendet wurde und somit der Nutzer den Befehl mit seinen eigenen Berechtigungen ausführt. Da diese nicht ausreichen gibt das System einen Fehler zurück der aussagt, dass der Zugriff verweigert wurde. Bei vielen Linux Systemen wird sogar auf die mögliche Fehlerursache hingewiesen und gefragt ob man root ist. Dies ist nicht bei jedem System so und es kann sein, dass lediglich die Meldung Permission denied ausgegeben wird. Daher ist es für unerfahrene Nutzer oft so, dass sie nachdem der Befehl nicht ausgeführt wurde oft enttäuscht aufgeben, da sie die Funktion des sudo Befehls nicht kennen, auch wenn sie die Berechtigung hätten ihn zu verwenden.

In der zweiten Zeile sieht man wie nach der Benutzung des sudo Befehls und Eintippen des Passworts der Befehl ohne Probleme ausgeführt wird, da nun root der ausführende Nutzer ist.

Ich möchte hier nochmal die entscheidenden Punkte zusammenfassen, die das faszinierende an diesem Befehl ausmachen:

  • Der sudo Befehl steht nur denen offen die Teil der sudoers Datei sind.
  • Beim sudo Befehl wird der Befehl vom Nutzer als root ausgeführt. Während es also ein Nutzer mit begrenztem Zugriff ist, der den Befehl eingibt, wird der Befehl wie von einem Nutzer ohne Zugriffsbeschränkungen ausgeführt (root).
  • Viele unerfahrene Nutzer wissen nicht, dass sie diesen sudo Befehl verwenden können und denken oft ihnen mangelt es an Zugriff wenn sie einen Befehl der root-Rechte benötigt ausführen möchten. Das stimmt zwar auch, jedoch haben sie mit dem sudo Befehl eine Funktionalität mit der sie das umgehen könnten, wenn sie das wüssten.

Der Name Jesus

Ich glaube der sudo Befehl ist eine wunderschöne Widerspiegelung des Sprechens im Namen Jesus. In den Evangelien beauftragt Jesus seine Nachfolger das Evangelium an alle Enden der Erde zu tragen. Zudem verheißt Er ihnen, dass sie in Seinem Namen u.a. für Kranke beten werden und sie werden gesund (vgl. Markus 16,15-20). In der Apostelgeschichte wenden die Apostel dies auch sofort an und tatsächlich im Namen Jesus werden die Kranken geheilt. Bereits in der Apostelgeschichte wurde dies von einigen Nicht-Gläubigen beobachtet. Diese versuchten es nachzuahmen und auch im Namen Jesu Dämonen auszutreiben. Jedoch funktionierte es bei ihnen nicht (vgl. Apostelgeschichte 19,13-16). Das liegt daran, dass Jesus selbst sagt, dass man von neuem geboren werden muss um dieses Recht zu erlangen (vgl. Johannes 3,3).

Heute ist es so, dass viele Christen diese neue Geburt bereits empfangen haben und trotzdem nicht dieselben Wunder sehen wie die Apostel damals. Grund dafür ist, dass sie sich der Kraft die im Namen Jesus liegt nicht bewusst sind und es daher aus eigener Kraft versuchen, was nicht funktioniert.

Es verhält sich hier also genauso wie beim sudo Befehl. Während der sudo Befehl nur denen offen steht die Teil der sudoer Datei sind, können im Namen Jesus nur jene sprechen, die von neuem geboren sind. D.h. diejenigen, die Jesu Erlösungswerk angenommen und Ihn zu ihrem Herrn gemacht haben. Beim sudo Befehl wird der Befehl zwar vom Nutzer eingegeben aber von root ausgeführt. Genauso wird wenn ein Gläubiger im Namen Jesu spricht, der Befehl zwar vom Gläubigen ausgesprochen, jedoch vom Herrn ausgeführt. Somit ist es möglich so wie Jesus gesagt hat, die gleichen Dinge zu tun die Er getan hat und sogar noch größere (Johannes 14,12). Denn letztlich ist es Er, der den Befehl ausführt und somit das Wunder bewirkt.

Auch ist es so, dass wie gesagt viele Christen sich dieser Macht des Namen Jesu nicht bewusst sind und in ihrer eigenen Kraft schnell an ihre Grenzen gelangen. Dies ist wie bei einem unerfahrenen Benutzer, der noch nicht gelernt hat wie der sudo Befehl funktioniert und daher obwohl der die Befähigung hat den sudo Befehl nicht anwendet.

Im Gegensatz zum sudo Befehl ist der Name Jesus jedoch nicht nur eine bloße Formel die wie ein Zauberspruch gesprochen wird, sondern es braucht zu dem den Glauben an Jesus und die Kraft welche in Seinem Namen ist.

Ich möchte also jeden Gläubigen ermutigen sich der Kraft die im Namen Jesus ist mehr und mehr bewusst zu werden und ihn geführt vom Heiligen Geist im eigenen Leben anzuwenden. Du wirst merken, dass so vieles einfacher wird und Probleme die aus eigener Kraft unlösbar schienen sich wie in Luft auflösen.

Wenn Du noch nicht gläubig bist ermutige ich dich auch mehr über Jesus und die Kraft, welche in Seinem Namen ist herauszufinden. Durch Sein Erlösungswerk wurde diese Kraft auch Dir zugänglich gemacht und Du brauchst es nur anzunehmen. In Seinem Namen ist die Kraft jede Kette zu zerbrechen und ich bete, dass auch Du das erleben wirst.

Josua Göcking
Josua Göcking
Ich bin studierter Physiker, Softwareentwickler und Autor des Buchs "Sci-Faith - Die Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft". Mein Herz brennt dafür Wissenschaft aus einem Fundament des Glaubens heraus zu betrachten und zu betreiben.